3 – Von Ses Fontanelles über den Mola de s’Esclop zur Finca Galatzó

Gemeinsames Frühstück im Frühstücksraum – nicht ab sondern um 7:30 – dafür dürfen Refugio- und Doppelzimmer-Nutzer zusammen essen. Die Wanderung: Heute sind wir von der Finca Ses Fontanelles steil und anstrengend bis zur Caseta de la Mola auf 850 m aufgestiegen, um Hubert und Anni für deren Zusatznacht in Estellencs zu verabschieden.

Petra und ich suchen den Pfad zum Mola de s’Esclop auf 928 m. Mit etwas Kraxeln kommen wir auf das Plateau mit toller Rundumsicht.

Der Plan ist, über einen Pfad zur Berghütte Finca/Refugi Galatzó auf 180 m abzusteigen.

Diesem Wegweiser noch vor dem Aufstieg hätten wir besser folgen sollen; denn auf dem Gipfelplateau finden wir den gesuchten Weg nicht bzw. verlieren ihn immer wieder. Seltene Steinmännchen helfen kaum. Anfangs geht noch alles gut, aber wir müssen 750 m runter.

Der Weg – nein, meist haben wir keinen – führt durch dorniges Gestrüpp und scharfes Dissgras. Irgendwann haben wir wieder Steinmännchen, aber es ist eher ein Weg für Gämsen als für Wanderer, wir rutschen über Schotterflächen, klettern über Felsen, stürzen hier oder da ins Gestrüpp. Leider ist ein Sturz bei Petra so heftig, dass das rechte Handgelenk schmerzhaft gestaucht ist. Was nun? Pause, Gelenk schonen und die nächsten 150 Höhenmeter nehme ich erst meinen Rucksack und steige 10-15 m runter, dann wieder hoch und Petras Rucksack an meinem vorbei noch 10 m tiefer ablegen. Petra kämpft sich mit einer aktiven Hand langsam runter. Als wir beide schon ziemlich geschafft sind, wird die Umgebung etwas gnädiger, nur noch wenige trockene Bachbetten sind zu durchsteigen, die Steilheit nimmt ab und mehr Steinmännchen leiten den Weg. Direkt vor dem Ziel müssen wir wegen Wegbauarbeiten noch 500 m Umweg machen und kommen nach 10,5 km für die wir über 12 h gebraucht haben, völlig erschöpft beim Quartier an. Sogar noch etwas Abendessen (kalte Reste) und endlich reichlich Wasser gegen den Durst helfen etwas. Beim Duschen sehen wir die blauen Flecken, zerkratzte Beine und Arme und können noch ein paar Dornen aus der Pelle ziehen. Vor der nächsten Tour mit nicht ausgeschilderten Wegen, werden wir zumindest in so kritischem Gelände viel vorsichtiger sein.

Nächster Morgen: Dieser schicke Bluterguss ziert die Außenseite, innen ist „genausoschön“. Petra ist sich sicher, dass nichts gebrochen, alles nur gestaucht ist.

4 – Von der Finca Galatzó über den Puig de Galatzó nach Estellencs